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16.03.2015 | München

Heavy Combination

© Jamaram
Foto: Jamaram
Das neue Album von Jamaram ist nicht allein von der Münchener Band. Für "Heavy Heavy" hat die Band ihre Kontakte nach Afrika aufgefrischt und sich - nach einer Tour 2013 - erneut mit den Acoustic Night Allstars aus Zimbabwe zusammengetan. Das Ergebnis ist ein Mix aus den Jamaram-typischen Rhythmen und traditionellen sowie modernen afrikanischen Klängen. Also ziemlich frisch. Wir haben mit Max "Murxen" Alberti gesprochen, der bei der Produktion die Rolle des Musical Directors übernommen hat.


Max, wie kam die Zusammenarbeit mit den Acoustic Night Allstars zustande?


max Wir haben uns 2012 zum ersten Mal beim HIFA (Harare International Festival of the Arts), einem großen internationalen Musikfestival in Zimbabwe, kennengelernt. Wir waren dort eingeladen, um zu spielen. Wenn wir Auslandsreisen wie nach Kenia, Uganda oder Brasilien machen, legen wir viel Wert drauf, dass wir mitnehmen, was geht. Dass wir uns inspirieren lassen. So war es diesmal auch, und auf dem HIFA haben wir die Acoustic Night Allstars kennengelernt. Wir hatten einen Proberaum und haben das Konzert schließlich gemeinsam bestritten. Daraus ist eine gute Freundschaft entstanden.




Die Acoustic Night Allstars sind so etwas wie eine afrikanische Supergroup?


max Genau. Eigentlich sind es einzelne Künstler, die sich monatlich treffen, um ihre Musikszene größer zu machen. Sie spielen sich öffentlich ihre Songs vor. Nach unserem Treffen in Zimbabwe haben uns drei der Musiker in Deutschland besucht und mit uns 25 Gigs gespielt. Bei unserer letzten CD „Almost Hits“ gibt es auch eine DVD, auf der ein Film von der Tour ist. Dann hieß es irgendwann, dass wir eigentlich auch ein Album zusammen machen müssen. Sam und ich sind dann 2013 nochmal nach Zimbabwe geflogen und haben weitere Künstler kennengelernt. Am Ende haben wir sechs Musiker eingeladen, nach Deutschland zu kommen.


Das hört sich an, als hättet ihr aus dem Nichts sofort einen gemeinsamen Vibe gehabt.


max Es ist meistens so, wenn wir unterwegs sind. Wir ziehen Musiker an, die auf unserer Wellenlänge sind. Wir wollen das auch unbedingt. Wenn wir in Zimbabwe sind und treffen dann so tolle Musiker, funkt es – menschlich hat es sowieso sofort geklappt, dann klappt es auch musikalisch. Jeder von den Allstars ist auf seinem Gebiet so gut, dass es direkt funktioniert hat.


Habt ihr sofort angefangen zu jammen oder ist das eine romantische Vorstellung?


max Nein, ist es nicht. Wir haben uns in einem Raum vom jetzigen Goethe-Institut getroffen, uns unterhalten und sofort losmusizieren. Das ist wahr. Es war auch nötig, weil wir zwei Tage später direkt ein Konzert zusammen hatten.


Wie groß ist denn für dich immer die Überraschung, wenn du Musiker aus fernen Ländern triffst, und sofort mit denen Musik machen kannst?


max Wir verstehen ja auch die Sprache oft gar nicht, zum Beispiel, als wir in Brasilien waren. Aber die Musik ist die Sprache, in der du dich sofort verständigen kannst. Wenn du nur ein bisschen musikalisch bist oder Sinn fürs Tanzen hast, ist Musik die universelle Sprache. Da gibt es keine andere, auch Englisch kommt dagegen nicht an.


Was sind die Acoustic Night Allstars für Menschen?


max Sie sind gar nicht so anders als wir. Sie lieben die Musik und haben wie wir nur begrenzte Möglichkeiten, von ihrer Kunst zu leben. Neben anderen Jobs, die sie machen, haben sie noch die Power, daran zu glauben, dass sie mit der Musik weiterkommen können. Sie sind motiviert und werden deshalb auch vom Goethe-Institut gefördert. Viele der Musiker sind auch noch sehr jung, aber trotzdem schon sehr, sehr gut. Unter ihnen gibt es auch Unterschiede: Manche machen traditionelle, simbabwische Musik, andere machen R’n’B oder Soul... das geht in verschiedene Richtungen. Das war auch für uns das spannende, weil es für eine bunte Mischung sorgt. Deshalb haben wir bei diesem Album den Reggae auch ein bisschen ausgespart, um uns auf ein anderes Feld einzulassen.


Was würdest du denn eigentlich sagen, was für eine Musik auf dem Album zu hören ist?


max Es ist ja bei uns generell schwer zu sagen, was auf einer LP so drauf ist. Wir machen einen ziemlichen Mischmasch aus vielen Stilen. Der Tenor ist immer Reggae. Bei „Heavy Heavy“ würde ich sagen, ist es Soul, Hiphop, Swing mit traditionell afrikanischen Einflüssen.


Woher kommt der Titel der CD?


max Heavy heavy, wenn du in Zimbabwe bist, hörst du das echt oft. Du wirst gefragt, wie es dir geht, und du antwortest „Heavy heavy“, was so viel heißt wie „alles gut, alles cool, heavy heavy“. Gleichzeitig ist es sehr catchy, weil auch die Begegnung zwischen Jamaram und den Allstars sofort cool war und direkt gepasst hat. Es war alles heavy heavy. Auch, dass das Wort zweimal genannt wird, passt super - einmal für die Allstars, einmal für uns. Wir haben uns keine großen Gedanken über den Titel gemacht, weil das für uns sofort klar war und gepasst hat.


Du warst Musical Director des Projekts. Worauf musstest du bei insgesamt 18 Musikern besonders achten?


max Den Überblick zu behalten. Wir hatten auch jede Menge Songs und wollten, dass jeder Jamaram-Sänger auch bei Songs der Acoustic Night Allstars mitmacht und umgekehrt. Das musste alles koordiniert werden und war ein Arsch voll Arbeit (lacht). Es ist auch wichtig, dass der Spaß an der Sache bleibt. Bei 18 Musikern gibt es natürlich auch Wartezeiten. Am wichtigsten ist aber eigentlich, dass du aus allen das Beste herausholst und das Projekt in eine Richtung geht. Damit du dir das Album von vorne bis hinten wie aus einem Guss durchhören kannst. Ich finde, das ist uns ganz gut gelungen. Ach, und den Zeitplan einzuhalten, ist auch noch wichtig.

© Jamaram
Foto: Jamaram


"Man hört in den Songs, dass wir uns kennen, miteinander Spaß hatten und Musik gemacht haben."




Habt ihr die Songs zusammen geschrieben?


max Anfangs haben Sam und ich uns einmal mit den Allstars getroffen und jeder hat einfach mal Songs vorgespielt, die für uns alle in Frage kommen könnten. Es gab dann zusammen ungefähr 20 Songs. Die haben wir weiter ausgebaut. Die Ideen und Fragmente gab es also schon, mal mehr, mal weniger ausgereift.


Die Zusammenarbeit ist aber viel schöner als bei anderen Combinations, in denen die Musiker in weit voneinander entfernten Studios ihre Parts einsingen und sich nie persönlich treffen.


max Das ist tatsächlich so, gerade im Reggae oder Hiphop, dass Künstler zusammen Platten rausbringen, die sich noch nie im Leben gesehen haben. Bei uns ist es anders. Durch den Aufwand, den wir für das Album betrieben haben, steckt eine Seele darin. Man hört in den Songs, dass wir uns kennen, miteinander Spaß hatten und zusammen Musik gemacht haben, und nicht nur einen Track hin- und hergeschickt.


Wo habt ihr aufgenommen?


max In den Hausboot-Studios in Weßling bei München, wo wir auch wohnen. Wir haben hier ein großes Haus mit Garten, auf der einen Seite Wald, auf der anderen Seite See. Wir haben uns unten ein Studio reingebaut. Mein Mitbewohner Phil Vetter hat die Platte aufgenommen. Wer grad nichts zu tun hatte, konnte im Garten chillen.


Welche Momente haben dich bei den Aufnahmen besonders berührt?


max Man bereitet sich vor, hat viele Vorstellungen und Hoffnungen für so eine Platte. Der schönste Moment an jedem einzelnen Song ist, wenn das letzte Puzzlestück hinzugefügt wird. Pro Stück merkst du, wie es wächst, und aus einer Vision ein handfester Song wird, der richtig gut klingt. Plötzlich siehst du die vollendete Schönheit von dem Song, jeder hat sein Bestes gegeben, und du merkst, dass es gut wird, was du tust. Am Anfang hast du keine Ahnung, ob das klappt. Deshalb ist es ein sehr schöner Moment, vor allem für mich, der alles koordinieren musste. Besonders ist es, wenn Gesänge dazu kommen. Wir haben teilweise zu siebt oder zu acht Chöre eingesungen. Das ist einfach eine Mordspower, die einem Song eine ganz andere Tiefe gibt.


Und im Bezug auf eure Gäste aus Afrika?


max Drei waren ja schon mal hier, aber für die drei, die noch nicht in Europa waren, gab es natürlich eine Menge zu entdecken. Es ist ein Mordsgewusel, eine krasse Lebensfreude. Sobald sie im Haus waren, war es unentwegt laut (lacht). Wir lieben die Allstars, und von ihnen geht eine wahnsinnige, geballte Energie aus. Ich habe sie immer ins Studio geschickt, wenn sie wieder einen emotionalen Ausbruch hatten, damit sie es sofort einsingen konnten und meine Mitbewohner nicht umkommen, wenn die Sänger alles im Wohnzimmer rauslassen (lacht).


Macht ihr denn noch eine gemeinsame Tour?


max Das ist immer mit einem gewissen Aufwand verbunden, vor allem finanzieller Art. Unterstützung, wie wir sie jetzt von der Stadt München bekommen, steht immer recht spät fest. Wir haben aber vor ein, zwei Wochen Bescheid bekommen, dass wir für ein paar der Musiker Flüge bezahlen können und zum Beispiel die CD-Releaseparty in München am 18. April gemeinsam spielen können.



____________________________________________________________


text: fsch
fotos: jamaram


© reggae-interviews.de 2015

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 Jamaram & Acoustic Night Allstars

Aus

München

Termine

20.03.2015 Wolfsburg, Hallenbad - Balkan Beats it!
21.03.2015 Essen, Zeche Carl
27.03.2015 Weinheim, Café Central
28.03.2015 Fulda, Kulturkeller
05.04.2015 A-Mayrhofen, Scotland Yard Pub
10.04.2015 A-Wien, Szene
11.04.2015 Mühldorf am Inn, Haberkasten
17.04.2015 Regensburg, Alte Mälzerei
18.04.2015 München, Backstage Werk
24.04.2015 CH-Thun, Café Mokka
25.04.2015 A-Schruns, Kulturbühne
01.05.2015 I-Trieste, May Day
02.05.2015 I-Belluno, Open-Air
07.05.2015 Wiesbaden, Schlachthof
08.05.2015 Nürnberg, Lux
09.05.2015 Hildesheim, Kulturfabrik Löseke
15.05.2015 Bayreuth, Zentrum
16.05.2015 Lennestadt-Grevenbrück, Folk in den Bergen
29.05.2015 Hamburg, Knust
30.05.2015 Bremen, Campus Rockt
18.06.2015 Erding, Licht & Spiele
09.07.2015 Wolfsratshausen, Flussfest
10.07.2015 Würzburg, Hoffest am Stein
11.07.2015 Nordstemmen, Weedbeat
25.07.2015 Herrenberg, 48er
13.08.2015 Kempten, Allgäuer Festwoche

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Album "Almost Hits" bei Turban Records

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