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04.03.2015 | Berlin

Daumen hoch

© Niculai Constantinescu
Foto: Niculai Constantinescu
Jaqee hat ihre neue Heimat in Berlin gefunden. Wir erwischen sie im Studio – ein Schelm, der Böses dabei denkt. Ob es bald neuen Output von Jaqee geben wird, klären wir später. Erst einmal interessieren wir uns aber für die aktuelle Tour der Sängerin, die am kommenden Freitag, 6. März, in Jena so richtig Fahrt aufnimmt. reggae-interviews.de präsentiert die Mini-Tour mit acht Dates und hat vor den nächsten Konzertterminen natürlich mit Jaqee gesprochen.


Jaqee, du bist momentan auf ThumbsUpMiniTour und hast schon in Nürnberg gespielt. Wie war es?


jaqee Es war sehr gut. Wie soll ich das Gefühl beschreiben? Es hat wahnsinnig Spaß gemacht. Den letzten Gig hatten wir vor sechs Monaten.


Das ist eine lange Zeit.


jaqee Man kommt schnell wieder rein. Es geht immer darum, sich auf der Bühne sicher zu fühlen. Wenn man genug geprobt hat und sich jeder wohlfühlt, macht es natürlich Spaß. Aber man kommt immer an Orte und in Situationen, an und in denen man sich nicht heimisch fühlt. Dann kommt das Adrenalin. Aber jedes Mal, wenn ich auf Tour bin, merke ich, wie sehr ich es liebe, auf der Bühne zu stehen. Es macht eine Menge Spaß. And it’s always worth the hustle!




Woher kommt der Name, ThumbsUpMiniTour?


jaqee Wir haben überlegt und gedacht, wir brauchen einen guten Namen für die Tour. Das ist für mich immer schwierig. Dann hatten wir das Bild, das der Fotograf Niculai Constantinescu von mir gemacht hat. Darauf halte ich den Daumen nach oben. Thumbs Up passte ganz gut. Quasi: Big up an alle – wir sind back on the road.
Du bist mit Band unterwegs?


jaqee Ja. Nicht mit einer kompletten Band, sondern mit Sven, der Schlagzeug spielt, und Johannes, der die Organs und Backtracks macht.


Ist das bei einem kleinen Setup eher wie eine Akustik-Tour?


jaqee Nein, definitiv nicht. Unser Sound ist sehr, sehr elektrisch. Eine Tour ist aber natürlich auch eine Budgetfrage. Ganz allein und nur mit der Gitarre wollte ich auch nicht auftreten. Und selbst wenn wir nur zu dritt sind, sind unsere Songs trotzdem voller Energie, voll mit allem (lacht).


Du hast vier Alben gemacht. War es schwierig, deinen Sound in eine Drei-Mann-Show zu bringen?


jaqee Es braucht auf jeden Fall eine Menge Planung. Wenn ich aufnehme, denke ich aber auch immer daran, wie meine Songs in verschiedenen Setups live klingen könnten. Die beste Version wäre die Zwölf-Mann-Band, aber das kann man eben nicht immer leisten. Deshalb muss man viel arbeiten und nachdenken, wie man die Musik am besten rüberbringt. Aber Musik ist Musik und man kann sie sich auf verschiedene Arten anhören.


Wird es auf der Tour musikalische Überraschungen geben?


jaqee Ja – es wird Coversongs geben, wir haben aber auch zwei Lieder dabei, die wir vorher noch nicht gespielt haben. Das wird sehr cool.


Arbeitest du im Moment an einem neuen Album oder woher kommen diese neuen Songs?


jaqee Das sind einfach Songs, die wir vorher noch nicht live gespielt haben. Und die noch nicht veröffentlicht sind.


© Viktoria Binschtok
Foto: Viktoria Binschtok


"Ich liebe es, Alben zu machen. Das ist alles, was ich im Moment dazu sagen kann."





Aber ich habe vorhin von dir erfahren, dass du im Moment im Studio bist. Also muss ich fragen…


jaqee (lacht) Natürlich musst du fragen. Und das ist der Moment, in dem ich sage: vielleicht – vielleicht aber auch nicht (lacht). Ich liebe es, Alben zu machen. Das ist alles, was ich dazu sagen kann. Wir werden sehen. Ich werde eine Pause nach der Tour machen,um mich auf neue Musik zu fokussieren. Ich brauche Langeweile, um neue Musik schreiben zu können.


Ist das die Art und Weise, wie du schreibst? Ganz in Ruhe?


jaqee Ich schreibe vollkommen alleine. Ich muss mich von allem isolieren. Ich verschwinde regelrecht, um Songs schreiben zu können. Es kann sein, dass mir unterwegs oder auf Tour Ideen kommen. Aber ich muss mich hinsetzen und konzentrieren, um sie zusammenzubringen. Und dazu braucht man Langeweile (lacht). Pp
Du hast dich als „diaspora kid“ beschrieben. Ist es für dich einfach, auf Tour zu sein, oder bist du lieber fest an einem Ort? Gerade auf deine eigene Geschichte bezogen (Jaqees Familie ist von Uganda nach Schweden geflohen, vor fünf Jahren kam sie nach Berlin, r-i.de)?


jaqee Ich liebe es, auf Tour zu sein. Ich toure seit ungefähr 15 Jahren und liebe das Leben auf der Straße. Es war ein langer Prozess, ja. Und es braucht ein bisschen Zeit, bis man sich wieder an das Tourleben gewöhnt hat. Aber wenn ich Songs schreibe und will, dass die Leute sie hören, muss ich mich bewegen. So funktioniert das eben. Du willst ja selbst, dass deine Lieblingskünstler in deine Stadt kommen, dass du ihre Songs hörst und ihnen einmal die Hand schütteln kannst. Wir sind doch alle Fans von dem einen oder anderen Künstler. Also: Ich liebe das ganze Ding, welches die Musik umgibt. Das Schreiben, das Aufnehmen, das Touren.


Du bist vor ein paar Jahren nach Berlin gezogen. Ist die Hauptstadt schon eine Heimat für dich?


jaqee Wir werden Freunde (lacht). Berlin braucht Zeit. Aber es wird.


Wir sprechen gerade auf Englisch.


jaqee (switcht ins deutsche) Wir können aber auch auf Deutsch sprechen. Es ist für mich nur nicht so „flowing“ wie das Englische.


© Landoman
Foto: Landoman


"Es ist schon die Frage, was meine Heimat ist - für mich ist das Berlin. Der Wrangelkiez ist mein Kiez."




Denkst du, dass du auf Deutsch missverstanden werden könntest?


jaqee Kann schon passieren. Auf Englisch kann ich mich einfach besser ausdrücken. Ich muss auch nicht so viel nachdenken.


Du hast auf der Tour auch zwei Dates in Göteborg. Du kehrst also nach Schweden zurück.


jaqee Ja, ich vermisse Schweden auch ein bisschen, ganz ehrlich. Göteborg ist eben auch meine Heimat. Bei den Konzerten wird es ein großes Wiedersehen mit anderen befreundeten Musikern und alten Freunden geben. Wir spielen dort, wo ich früher rumgehangen habe. Natürlich fühle ich mich immer ein bisschen fremder, wenn ich zurückkehre. Aber es gibt definitiv noch einen Teil von mir dort. Mein Bruder und meine Familie und sehr gute Freunde leben noch in Schweden. Aber es ist schon die Frage, was meine Heimat ist – für mich ist das Berlin. Der Wrangelkiez ist mein Kiez (lacht).


Nach 15 Jahren mit Tourneen – wie schaffst du es, das Feuer zu bewahren?


jaqee Wie kann ich das erklären? Ich bin irgendwie ein Slow-Mover. Bei dem ersten Album habe ich die Musik noch nicht so ernst genommen. Dann kam die „Kookoo Girl“-LP und ich musste schnell erwachsen werden. Heute fühle ich mich, als hätte ich meine Energie noch lange nicht verloren. I’m not empty yet. Wenn das Gefühl mal kommt, bin ich fertig. Aber ich glaube, das dauert noch sehr lange. Ich lerne jeden Tag dazu.


Also kommt die Energie aus deinem Alltag als Sängerin?


jaqee Ja, und aus den ganzen Erfahrungen, die man macht, und den Dingen, die man erlebt. Je älter man wird, umso mehr ändert sich natürlich auch die Perspektive. Es ist wie mit der Liebe: Es gibt zehn Millionen Lovesongs, die dich persönlich ansprechen können.



____________________________________________________________


text: fsch
fotos: viktoria binschtok | niculai constantinescu | landoman


© reggae-interviews.de 2015




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 Jaqee

Aus

Berlin

Termine

06.03.15 - Jena (Kassablanca)
12.03.15 - Hannover (Faust)
13.03.15 - Murnau (Westtor)
14.03.15 - Reutlingen (Franz K.)
26.03.15 - Berlin (Yaam)
13.04.15 - Göteborg (S, Folk Teatern)

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